Zugriffe

Anzahl Beitragshäufigkeit
530503

Standortwahl - Warehouse-Location-Modell

kapazitiertes Warehouse-Location-Problem

Anders als beim Steiner-Weber-Modell geht man nicht mehr davon aus, dass jeder beliebige Ort in einer Ebene ein möglicher Standpunkt ist. Es wird vielmehr eine Auswahl zwischen bekannten Standorten getroffen.  Da die Auswahl von vornherein beschränkt ist, ist es möglich die Kosten für die Infrastruktur mit zu erfassen. Das ist bei einer Auswahl von vielleicht 15 Standorten zwar ein großer Aufwand, macht das Modell aber wesentlich realitätsnäher. Weiterhin ist es möglich den Bedarf aus mehreren Lagern decken zu lassen.

kritische Würdigung WLP-Modell

  • positiv:
  • realitätsnäher als Steiner-Weber
  • mehrere Lagerstandort können berücksichtigt werden
  • negativ:
  • es werden durch die Vorauswahl an Standorten von vornherein mögliche "noch bessere" Standorte ausgeschlossen.
  • erhöhter Bedarf an Inputdaten 

 

ADD-Heuristik als Option zur Lösung des WLP

Die ADD-Heuristikist ein sehr eingängliches Verfahren, mit dessen Hilfe mehrere zur Auswahl stehende Standortoptionen miteinander verglichen werden können. Im Prinzip besagt dieses Verfahren, dass man damit beginnt alle Standortoptionen geschlossen zu halten. Im ersten Schritt wird dann der Standort ermittelt, der in der Addition alle Bedarfsorte am kostengünstigsten versorgen kann. Die weiteren Schritte sollen nun berechnen, ob durch die Öffnung weiterer Standorte Ersparnisse realisiert werden können. Es sollen zum ersten Standort weitere dazu kommen. Oder Englisch: to ADD. Das DROP-Verfahren funktioniert genau umgekehrt. Es werden alle Standorte geschlossen, die die höchsten Ersparnisse versprechen. 

An einem frei erfundenen Beispiel soll folgendes Beispiel die ADD-Heuristik veranschaulicht werden. Die Zahlenwerte sind ohne tieferen Sinn und per Zufall gewählt.

 

Schritt 1

Den Anfang bildet eine Übersicht über alle gegebenen Werte. Hier sind es die Entfernungen von den möglichen Standorten 1 bis 4 zu den bekannten Bedarfsorten B1 bis B3, sowie die Fixkosten "fi" die für jeden Standort bei seiner Realisierung anfallen würden. Weiterhin die Bedarfe der Bedarfsorte und die Höhe der Einheitstransportkosten.

ADD Schritt 1

 

Schritt 2:

In Schritt 2 wird der Standort bestimmt, der bei Versorgung aller Bedarfsorte in der Summe die geringsten Kosten erzeugt. Dazu wird eine Kostenmatrix erstellt. Die jeweiligen Kosten ergeben sich aus der Multiplikation von jeweiliger Entfernung, jeweiligem Bedarf und den Einheitstransportkosten. Siehe Formel im Bild. Für die Bedienung des Bedarfsortes 1 (B1) durch den Standort 1 ergeben sich also Kosten in Höhe von 20 * 50 * 5 = 5.000GE. Im Anschluss werden die gesamten Kosten für den Standort addiert. Dazu kommen nun aber noch die Fixkosten die sich durch den Betrieb des Standortes ergeben. Im Beispiel ist Standort 3 in der Addition aller Kosten der kostengünstigste. Er bildet im Schritt 3 den Referenzstandort. Die Gesamtkosten belaufen sich bei Betrieb nur eines Standortes auf 15.625 GE.

Was Du hier rein schreibst wird angezeigt, wenn die Grafik nicht geladen wird

 

Schritt 3:

In Schritt 3 soll nun bestimmt werden, ob sich durch die Öffnung weiterer Standorte Ersparnisse gegenüber dem Referenzstandort ergeben können. Dazu wird eine Ersparnismatrix erstellt. In dieser sollen die Kosten der Bedienung durch den Referenzstandort und der Alternativen gegenübergestellt werden. Bei der Bedienung von B2 durch Standort 2 ergeben sich Ersparnisse von 2.250GE - 10.350GE = -8.100GE. Also gar keine. Da nichts gespart wird, muss hier 0 geschrieben werden (statt -8.100GE). Weiterhin werden die Fixkosten von Standort 3 nicht mehr berücksichtigt, da dieser Standort "sowieso" offen ist. Die Ersparnisse der einzelnen Standorte werden addiert und die Fixkosten von den addierten Ersparnissen abgezogen, da diese bei einer Realisierung anfallen würden. Im Beispiel ergibt sich die Öffnung des Standortes 1 und ein definitiver Ausschluss der Standorte 2+4, da jeder Bedarfsort somit kostenminimal versorgt wird. Die neuen Gesamtkosten für die Bedienung des gesamten Bedarfes belaufen sich nun auf 8.225GE. Das bedeutet, dass Bedarfsort 1 durch Standort 1 beliefert wird, hierfür ergeben sich Kosten in Höhe von 5.000GE (siehe Kostenmatrix). Die Bedarfsorte 2+3 werden durch Standort 3 bedient, hierfür entstehen Kosten in Höhe von 2.250GE + 675GE = 2.925GE+5.000GE = 7.925GE. Da die Standorte 1+3 realisiert werden, entstehen laufende Fixkosten von 100+200GE = 300GE. Ergibt in der Summe 8.225GE. Somit ließ sich durch die Öffnung eines weiteren Standortes, der mittels ADD-Verfahren bestimmt wurde, ein Betrag von 7.400GE einsparen.

ADD Schritt 3


joomla template 1.6

kleiner Hinweis

Hinweise, Anregungen und vor allem Kritik - egal ob positiv oder negativ - sind immer willkommen und ausdrücklich erwünscht.

Beste Grüße aus Hamburg
Carsten Schmidt