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Standortwahl - Nutzwertanalyse


 

Wie gezeigt fokussieren Steiner-Weber und das WLP die zu erwartenden Transportkosten. Darüber hinaus werden die Infrastrukturkosten beim WLP mit in die Betrachtung integriert. Beide Modelle lassen aber keinerlei Aussagen über individuell wichtige Aspekte zu, wie das Marktumfeld, Subventionen oder die Arbeitsmarktsituation. Um diese Punkte aufzugreifen bietet sich die Nutzwertanalyse an. Ähnlich beim WLP soll eine Entscheidung zwischen bekannten Standorten getroffen wird. Dabei gehört zu den zentralen Elementen dieses Modells nicht  mehr die Minimierung der Kosten, sondern die ganzheitliche Bewertung individueller Einflussgrößen und qualitativer Rahmenbedingungen die die gewählten Standortalternativen bieten. In der Praxis relevante Gesichtspunkte die die Standortwahl beeinflussen, werden als Determinanten der Standortwahl bezeichnet. Im Abschnitt Grundlagen-Standortwahl wird eine Auswahl an Determinanten genannt, die in der Praxis eine breite Palette relevanter Punkte abdeckt. Darüber hinaus können weitere Determinanten aufgenommen werden oder andere vernachlässigt, abhängig von der jeweiligen Zielstellung des Projektes. Die jeweiligen Präferenzen des Zielprojektes können dann anhand dieser Determinanten bewertet werden. Zur Durchführung einer Nutzwertanalyse ist die Formulierung eines Gesamtzieles notwendig. Dieses Gesamtziel wird anschließend in Subziele untergliedert, die je nach ihrer Bedeutung für die Erreichung des Gesamtzieles gewichtet werden. In der Regel kann diese Gewichtung von 1 (nicht wichtig) bis 10 (äußerst wichtig) erfolgen. Die zuvor bestimmten Standortalternativen werden anhand der formulierten Subziele bewertet und mit der jeweiligen Gewichtung multipliziert, womit die individuellen Nutzwerte bestimmt werden. Dadurch bietet die Nutzwertmethode eine Entscheidungsmatrix, anhand dessen die potentiellen Standortoptionen in Bezug auf ihre Eignung zur Erreichung der Subziele direkt gegeneinander vergleichbar werden. Die höchste Eignung, bzw. den größten Gesamtnutzen, bietet die Standortalternative mit der höchsten Summe der Einzelnutzwerte. Beispiel:

 
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Eindeutig positiv wirkt sich das sehr analytische und systematische Vorgehen dieser Methode, welches eine intersubjektive Überprüfbarkeit ermöglicht, aus. Hingegen sind als Schwachstellen die nicht objektive Gewichtung der Subziele und Bewertung der Alternativen zu werten. Der Umstand, dass der summierte Gesamtnutzen ökonomisch nicht sinnvoll interpretierbar ist und die ermittelten Einzelnutzwerte lediglich eine Aussage über die eng begrenzte Anzahl an vorher ermittelten Standortalternativen macht, ist ebenfalls als negativ einzustufen. (vgl. Gronau; N.; Lindemann, M.; Seite 62; Einführung in das Produktionsmanagement; GITO; Berlin; 2010)
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kleiner Hinweis

Hinweise, Anregungen und vor allem Kritik - egal ob positiv oder negativ - sind immer willkommen und ausdrücklich erwünscht.

Beste Grüße aus Hamburg
Carsten Schmidt