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Binnenschiff

Historisch gesehen ist die Binnenschifffahrt eine der ältesten bekannten Transportarten. Von der Flößerei über die Treidelschifffahrt, die Tauerei- & Kettenschifffahrt, die Dampf- und anschließend Motorschifffahrt entwickelte sich die Binnenschifffahrt heraus, die man heute kennt. Ein Blick auf die offizielle Karte der "Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes" lässt erkennen, dass die Binnenschifffahrt westlich von Heilbronn - Kassel - Bremen besondere Bedeutung auf den Flüssen Rhein, Main, Neckar oder Donau hat. Im mittleren Teil findet die Schifffahrt vor allem auf einer Vielzahl von Kanälen statt, bzw. auf der Weser, Werra, etc. und Teilen der Elbe.

Eine besondere Stellung nimmt der Nord-Ostsee-Kanal ein. Durch seine Registrierung mit der Fließgewässerkennzeichnung 5978 gehört der Kanal zwar offiziell in das Flusssystem der Elbe, seine Nutzung ist aber größtenteils durch Seeverkehr und Küstenschiffe geprägt. Darüber hinaus ist er der einzige Kanal in Deutschland, auf dem eine Lotsenpflicht herrscht.

Östlich von Magdeburg sind vor allem die Elbe, die Spree und die Havel die Hauptverkehrsträger der Binnenschifffahrt. Die Elbe stellt dabei die einzige direkte Binnenschiffverbindung zwischen den Metropolregionen Berlin, Magdeburg, Halle/Leipzig und Dresden dar. Da der Pegelstand aber nicht ganzjährig ausreicht, um eine direkte Verbindung zu ermöglichen, muss über den Mittellandkanal, bzw. über den Elbe-Seitenkanal ausgewichen werden.

Einen herausragenden Stellenwert in Deutschland genießt der Rhein. Er ist nicht nur eine der meist befahrenen Wasserstraßen der Welt - und damit auch ein wichtiger Träger der Wirtschaft in dieser Region -, bedingt durch die Mannheimer Akte, ein internationales Abkommen von 1868, ist der Gütertransport auf dem Rhein grundsätzlich kostenlos. Das bedeutet für die Signatarstaaten Deutschland, Frankreich, Holland und die Schweiz, dass ihren Flotten auf dem Rhein unter anderem folgende Rechte und Pflichten obliegen.

  • freie Schifffahrt
  • Gleichbehandlung aller Schiffer und Flotten
  • einheitliche Gerichtsbarkeit vor den Rheinschifffahrtsgerichten
  • die Einrichtung der Rheinschifffahrtsgerichte
  • Vereinheitlichung der Schifffahrtsregeln und Schiffssicherheitsvorschriften
  • Errichtung einer Kommission zur Überwachung der Grundsätze (Sitz heute in Strasbourg)
 
Die Zuverlässigkeit ist ein zentraler Qualitätsfaktor, der speziell in der Binnenschifffahrt durch singuläre Ereignisse in Bedrängnis gerät. Sperrungen von Flüssen durch Unfälle und Havarien, kritische Pegel oder Eisgang sind die Gründe hierfür.
 
Binnenwasserstraßen

Bundeswasserstraßen, Quelle: wsv.de/wasserstrassen/gliederung_bundeswasserstrassen

Im Gegensatz zur LKW-Flotte, bei der der größte Teil der Fahrer sich im Angestelltenverhältnis befindet und die LKW-Flotte Transportunternehmen oder Leasinggesellschaften gehören, wird die stärkste Fraktion (ca. 63%) der Binnenschifffahrt durch die Partikuliere gestellt. Partikuliere sind Schiffseigener, die ihre Schiffe selbst führen.

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kleiner Hinweis

Hinweise, Anregungen und vor allem Kritik - egal ob positiv oder negativ - sind immer willkommen und ausdrücklich erwünscht.

Beste Grüße aus Hamburg
Carsten Schmidt