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Binnenschiff - Bauarten

 

Bedingt durch ihr Einsatzgebiet auf Binnenwasserstraßen sind Binnenschiffe wesentlich kleiner als Seeschiffe. Die zentralen Determinanten für die Befahrbarkeit von Binnenwasserstraßen sind folgende:

  • Länge der Schiffe
  • Breite der Schiffe
  • Tiefgang der Schiffe
  • Brückenhöhe
  • Größen der Schleusen und Schiffshebewerke

 

Die Schiffstypen lassen sich in drei Kategorien einteilen. Eine Kategorie bilden Schubboote und Schlepper. 

Kategorie 2 sind Schiffe mit eigenem Antrieb und Transportkapazität. Dazu zählen allein fahrende Motorgüterschiffe und im Verband fahrende Motorgüterschiffe - ein Schlepp- oder Schubverband. In den 60er Jahren gewannen Schubschiffe (Schubverbände) deutlich an Bedeutung und setzten sich größtenteils gegenüber der Schleppschifffahrt durch. Das Schubboot  selbst hat  kaum oder keine Transportkapazität . Es bildet sozusagen lediglich den schwimmenden Motor für die Schubleichter. Diese Leichter sind reine schwimmende Transportkapazität, eine Art überdimensionale  Badewanne. Ein Schubboot ist in der Lage, bis zu 6 Leichter  zu transportieren. Damit ergibt sich eine maximale Gesamttragfähigkeit von 16.000to. Nachteilig wirkt sich diese Art der Beförderung  zum Beispiel an Schiffhebewerken oder Schleusen aus. Da mitunter nicht alle Leichter beim ersten Mal geschleust werden können, muss das Schubboot zurück, um die restlichen Leichter in die Schleuse zu fahren. DIes bringt in der Summe durchaus große Verzögerungen mit sich. Bei Anlieferungen für mehrere Empfänger in einem Hafen bieten Schubleichter aber große Vorteile. Jeder Empfänger kann mit seiner Ware nahezu gleichzeitig versorgt werden. Indem das Schubboot den jeweiligen Leichter zum jeweiligen Empfänger bringt, entfallen die Stand- und Wartezeiten beim Löschen der Ladung. Insgesamt lassen sich positive Effekte bei der Transportkapazität, Personalstruktur und Transportgeschwindigkeit durch die Schubverbände realisieren. Alleinfahrende Motorgüterschiffe sind Schiffe im klassischen Sinne, mit eigenem Laderaum und Antrieb. Die maximalen Baumaße sind auf 135m Länge, 16m Breite und eine Tragfähigkeit von 4.520to begrenzt. (Quelle: http://binnenhafen.info/info_index.php?aid=5024; Logistik-Studie des fml, 1.Teil, Abschnitt 3, Grundlagen). Um die Transportkapazität zu steigern ist es möglich, Schubleichter längsseits an das Motorgüterschiff zu koppeln. Diese Zusammenstellung wird Koppelverband genannt.

Kategorie 3 wird durch die bereits erwähnten Schubleichter bzw. die Schleppkähne gebildet. Diese Kategorie zeichnet sich dadurch aus, dass sie keinen eigenen Antrieb aufweisen, sondern reiner schwimmender Laderaum sind. Durch den getrennten Einsatz von Laderaum und Antriebseinheit sind Schubverbände hochgradig flexibel einsetzbar.
Schubverband in Hamburg

Schubverband, Quelle: Schiffbilder.de


Unter der Maßgabe "die Schiffe den Flüssen anpassen", entstand die Idee des Futura Carrier. Mithilfe moderner Antriebstechnik und einem Rumpf in Katamaran-Bauweise sollen verschiedene positive Effekte gegenüber herkömmlichen Binnenschiffen erzielt werden. (Quelle: http://www.bmu.de/foerderprogramme/pilotprojekte_inland/doc/35309.php)

 

  • durch geringeren Tiefgang (weniger Ausfalltage bei geringen Pegelständen) und sparsamen Kraftstoffverbrauch höhere Wirtschaftlichkeit
  • deutlich gesenkte Stickoxidemissionen und Dieselrußemissionen
  • höhere Manövrierbarkeit
  • bessere Verträglichkeit für Ufervegetation und Flussfauna durch geringere Wellenbildung und geringere Geräuschentwicklung

 

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kleiner Hinweis

Hinweise, Anregungen und vor allem Kritik - egal ob positiv oder negativ - sind immer willkommen und ausdrücklich erwünscht.

Beste Grüße aus Hamburg
Carsten Schmidt