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Seeschifffahrt - Häfen und Infrastrukturausbau

 

 

Vor allem die großen Containerreederein versuchen sich bei der Gestaltung ihrer Streckennetze auf wenige Häfen eines Fahrgebietes zu konzentrieren. Ziel dieser Fokussierung soll einerseits die Gewährleistung eines stabilen Fahrplans sein als auch Effizienzgewinne der Transshipments (Weiterleitung der Container ins Hinterland oder zu kleineren Häfen) zu realisieren. (Quelle: Kummer,S.; Einführung in die Verkehrswirtschaft, Seite 118), Es lassen sich bei den Reedern drei Anlaufstrategien erkennen, die je nach Bedarf an Hubfunktionen der Häfen gemessen werden kann.

  • Load-Center-Strategie
    • Bedienung nur eines Hafens pro Anlaufgebiet
    • hoher Bedarf an Hubfunktion des Seehafens für Weiterverteilung der Liefermengen mittels Feederdiensten oder Hinterlandanbindung
  • Multi-Port-Strategie
    • Bedienung der wichtigsten / größten Häfen pro Anlaufgebiet
    • deutliche Verringerung der Feederdienste gegenüber Load-Center-Strategie
  • Kombi-Strategie
    • ein Mittelweg aus Load-Center und Multi-Port
    • Feederdienste werden benötigt, aber nicht so stark wie bei Load-Center-Strategie
 
Die Attraktivität eines Hafens wird für Verlader und Empfänger maßgeblich durch die Hafengebühren, die Verkehrsanbindung und vorhandene Infrastruktur beeinflusst. Je höher die Nachfrage nach Schiffsabfahrten von einem Hafen ist und je höher die Fähigkeit ist regelmäßige Schiffsankünfte und -abfahrten zu ermöglichen umso höher steigt die Attraktivität des Seehafens für die Reeder. Womit sich Wechselwirkungen innerhalb der Wettbewerbsbedingungen erkennen lassen.
Um ungehinderten Zugang zu attraktiven Hafenstandorten zu bekommen sind Reeder bereit eigene Hafenanlagen zu errichten oder sich an interessanten Hafenstandorten zu beteiligen. Exemplarisch könnte man hier der APM-Terminals - gehören zur A.P.Moeller-Maersk Gruppe - in Bremerhaven (Beteiligung an NTB), Gioia Tauro (MCT) oder Rotterdam (u.a. geplantes Terminal für Maasvlakte 2) nennen. Während diese Beispiele die Pläne der Reeder zeigen in Zukunft weiterhin erfolgreich zu sein, gibt es auch bei den Hafenbetreibern, verladenden Unternehmen oder der Politik Anstrengungen gibt künftig wettbewerbsfähig zu bleiben.
Der Bau der Betouweroute von Maasvlakte nach Zevenaar versetzt der Hafen Rotterdam in die Lage die umgeschlagen Güter schneller ins Hinterland zu befördern und dabei den chronisch überlasteten Verkehrsträger Straße zu entlasten. Der NRW-Verkehrsminister setzt sich nun verstärkt für eine Weiterführung der Strecke nach Deutschland ein. Damit soll die regionale Wirtschaft in NRW, durch einen hervorragenden Zugang zum Hafen Rotterdam, gestärkt werden. Private Projekte lassen sich am Beispiel Hamburg darstellen. Hier versuchte man mit dem Angebot einer wöchentlichen Binnenschiffabfahrt zwischen Berlin Wustermark und dem Hafen Hamburg ein weiteres Angebot für den in Spitzenzeiten überlasteten Hinterlandverkehr zu schaffen. Auch wenn der Dienst mittlerweile eingestellt ist, ist man sich sicher ein tragfähiges Modell entwickelt zu haben. Generell baut auch der Hamburger Hafen, trotz starker Verluste an Umschlagszahlen während der Finanzkrise, seine Kapazitäten weiter aus. Es sind künftig also in allen großen "Nordrange" Häfen Anstrengungen nötig um die stetig steigenden Mengen zu bewältigen.
 

Die 50 größten Häfen der Welt sind in sehr begrenzter räumlicher Lage vorzufinden.

Die 50 größten Häfen der Welt

Quelle leider unbekannt

In Europa sind die verkehrsgeografisch günstigsten Häfen im Süden. Ihre Transportweiten sind vor allem im Handel mit Asien am geringsten. Dennoch liegen die umschlagsstärksten Häfen im Norden Europas. Antwerpen, Rotterdam, Bremen/Bremerhaven und Hamburg wickeln ca. 80% des europäischen Umschlages ab. Diese Häfen werden "Nordrange" genannt.

Einer der Gründe für die Dominanz der Nordrangehäfen ist die bessere Hinterlandanbindung der Nordrange-Häfen.


 

 

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kleiner Hinweis

Hinweise, Anregungen und vor allem Kritik - egal ob positiv oder negativ - sind immer willkommen und ausdrücklich erwünscht.

Beste Grüße aus Hamburg
Carsten Schmidt